Was ist möglich?

Entspricht dein Personalausweis nicht deiner Identität?
Zum Glück kann man in Deutschland zumindest in gewissen Rahmen hier Abhilfe schaffen.
Zwei Dinge können mit einem richterlichen Beschluss angepasst werden:

§ 1 Transsexuellengesetz („kleine Lösung“)
Ist der Vorname aufgrund des empfundenen Geschlechtes unangemessen, so darf Antrag gestellt werden, diesen auf einen neuen Wunschnamen zu korrigieren

§8 Transsexuellengesetz („große Lösung“)
Ist das eingetragene, bei Geburt zugewiesene Geschlecht in besonderen Fällen als falsch empfunden, kann Antrag gestellt werden, dies zu korrigieren.
Hier sind auch gleich gemäß §1 der/die geänderte Vorname(n) anzugeben, die künftig getragen werden sollen, sofern dies nicht bereits vorher durch $1 bereits geschehen ist.

Wir werden in folgenden Artikeln noch genauer darauf eingehen, was bei den jeweiligen Anträgen Voraussetzung ist und wie diese beantragt werden können.

Es macht also Sinn, sich vorher genau die Taktik zu überlegen.

Je nachdem, wie du dich empfindest, solltest du also überlegen, ob du einen oder beide Schritte gehen willst.

Aktuell (Stand bis aktuell 2018) lässt das deutsche Recht nur zwei Geschlechter zu: weiblich oder männlich.
Dies widerspricht eigentlich der aktuellen europäischen Gesetzeslage.
Deutschland, als europäisches Mitgliedsland, handelt also dir gegenüber rechtswidrig.

Solltest du dich also einem abweichenden Geschlecht angehörig empfinden, wirst du dich wohl oder übel für ein „Primärgeschlecht“ entscheiden müssen, das dich auf deinem Ausweis definiert. Sofern es nicht deinem aktuellen, eingetragenen Geschlecht entsprechen, so kannst du dies ebenso beantragen wie jene, die sich binär einordnen können.

 

Bezüglich der Taktik ist nun also zu überlegen, ob dir die Korrektur deines Vornamens genügt, oder ob du auch dein eingetragenes Geschlecht wechseln möchtest.
Und ja, ich habe Wechseln bewusst gewählt, denn dieses unpassende Wort wird dir von Unwissenden sicher noch häufiger vor den Kopf geworfen.

Falls du ungeduldig überlegen solltest, ob du zuerst den Vornamen korrigieren lässt, um dann den Personenstand später zu korrigieren, sei dir bewusst, dass du zwei Verfahren vor dir hast.

 

 

Sobald du dir sicher bist, wohin deine Reise gehen soll, stelle am besten so schnell wie möglich diesen Antrag. Warte nicht bis zur Genehmigung irgendwelcher medizinischer Maßnahmen.
Die Personenstandsänderung ist eine rein juristische Angelegenheit und läuft absolut unabhängig davon. Niemand darf und wird dich auf medizinische Maßnahmen ansprechen. Es kann eher umgekehrt geschehen, dass Versicherungsträger dir stur und dumm Leistungen verweigern oder diese herauszögern, wenn du doch hier noch gar nicht gehandelt hast. Man wird dich solange ungern medizinisch in diesem Bereich behandeln, wie dies gegengeschlechtlich geschieht, also Maßnahmen gegen dein definiertes Geschlecht geschehen würden. Dies ist zwar genau betrachtet Unfug, sobald es eine erste Diagnose bzw. gutachterliche Stellungnahmen gibt, aber deutsche Bürokratie ist ein stures Konzept.